Ein pauschales Handyverbot an Schulen klingt nach Ordnung – ist aber pädagogisch kontraproduktiv. Mit einem offenen Brief wenden sich die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), der Bundeselternrat, D64 und das Deutsche Kinderhilfswerk gegen reflexartige Regulierungen und für medienpädagogisch fundierte Konzepte.
Der Appell: Medienkompetenz statt pauschaler Verbote. Denn: Kinder und Jugendliche müssen lernen, sich souverän, kritisch und reflektiert in digitalen Räumen zu bewegen. Dafür braucht es keine Verbote, sondern klare Regeln, transparente Kommunikation und Beteiligung aller Akteure – insbesondere der Schüler:innen selbst.
Rüdiger Fries von der GMK bringt es auf den Punkt:
„Medienkompetenz entsteht nicht durch Weglegen der Smartphones, sondern durch reflektierte Begleitung und pädagogisch‑didaktische Gestaltung.“
Auch Anke Dana Tretter von D64 warnt vor symbolpolitischen Maßnahmen:
„Pauschale Verbote privater Smartphones nehmen Schulen die Chance, digitale Herausforderungen pädagogisch zu begleiten. Verbote behindern die Entwicklung von Selbstregulation, kritischem Denken und demokratischer Verantwortung.“
Medienbildung ist keine Luxuskompetenz. Sie ist heute eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und demokratisches Bewusstsein. Schulen brauchen dafür Ressourcen, Fortbildungen und Kooperationen mit medienpädagogischen Partnern – nicht reflexhafte Einschränkungen.
Digitale Bildung beginnt mit Vertrauen, Beteiligung und klugen Konzepten – nicht mit Verboten.